News 2012
Deutsche Solarindustrie in Schwierigkeiten
04.01.2012
Die finanziellen Schwierigkeiten bei deutschen Unternehmen der Solarbranche reißen nicht ab. Im Dezember hat Solar Millenium, ein Hersteller von thermischen Solarkraftwerken, Insolvenz angemeldet. In diesem Jahr musste nun der Solarzellen-Hersteller Arise Technologies Deutschland in Bischofswerda seinen Betrieb stilllegen. Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum 01.01.2012 wurden die rund 100 Beschäftigten freigestellt.
Ende letzten Jahres stieg der chinesische Inverstor LDK Solar bei dem Konstanzer Unternehmen Sunways im Zuge einer Kapitalerhöhung mit 33% ein. Geplant ist eine Komplettübernahme. Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Solarzellenbauer sieht darin eine große Chance für weiteres Wachstum und auch um Synergieeffekte zu generieren. Beide Unternehmen haben bereits in der Vergangenheit bei der Herstellung von Solarzellen und Modulen erfolgreich zusammen gearbeitet.
Keine Hoffnungen mehr kann sich dagegen die insolvente Solon machen. Das Unternehmen beschäftigte in Spitzenzeiten in Deutschland rund 800 Mitarbeiter und hatte einen Unternehmenswert von über 1,5 Mrd. Euro. Frank Asbeck, Chef von Solarworld (Umsatz über 1 Mrd.Euro), sieht im Scheitern eines Konkurrenten dagegen Chancen für sein eigenes Unternehmen. Solarworld steht im deutschen, hoch subventionierten Markt noch relativ gut da. In den USA dagegen klagt das Unternehmen gegen chinesische Konkurrenten mit dem Argument, dass die chinesischen Hersteller mit Subventionen arbeiten und daher „unanständige“ Preise anbieten würden.
Weitere Unternehmen der Solarbranche mussten in den letzten Monaten unter den dramatischen Rückgängen ihrer Aktienkurse um über 60% leiden. Conenergy und Q-Cells. Beide Unternehmen haben in den letzten Quartalen im operativen Geschäft Millionenverluste ausgewiesen. Inzwischen wurde die Produktion von Q-Cells weitgehend nach Malaysia verlagert. Aber auch Conergy und Solarworld bauen massiv deutsche Arbeitsplätze ab. Arbeitsplätze, die nicht nur indirekt auf Grund der hohen EEG-Subventionen entstanden sind sondern auch durch Direktsubventionen. Das kurzfristige Jobwunder in den neuen Bundesländern wurde allein bei Q-Cells und seinen Töchtern mit über 200. Mio. Euro gefördert. Inzwischen werden die Wafer und Module zum größten Teil in Malaysia und China hergestellt.