News 2012
Neuer Rekord beim Zubau von Fotovoltaikanlagen
10.01.2012
Im Dezember 2011 wurden neue Fotovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von rund 3.000 MW bei den Netzbetreibern angemeldet. Damit ist in 2011 insgesamt ein Zubau von 7.500 MW zu verzeichnen – eine weitere, nicht für möglich gehaltene Steigerung gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2010 (7.400 MW).
Dies wird dazu führen, dass die EEG-Vergütungssätze zum 01.07.2012 um den Maximalwert von 15% abgeschmolzen werden. Auch die maximal mögliche Degression zum 01.01.2013 entsprechend dem EEG-Gesetz wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erreicht werden, da das letzte Quartal 2011 in die Bewertung für die Degressionshöhe einfließt.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur kritisiert in diesem Zusammenhang den Stichtagsmechanismus, der dazu führt, den Zubau von PV-Anlagen kurz vor der Förderkürzung deutlich zu verstärken. „Dieser Effekt konterkariert das Ziel des Gesetzgebers, die Kosten der Förderung der Solarenergie wirksam zu begrenzen“, meinte Matthias Kurth in einer aktuellen Pressemitteilung seiner Behörde.
Das Wirtschaftsministerium bewertet den PV-Zubau sehr wohl kritisch: Die Fotovoltaik erzeuge nur drei Prozent des Stromes, habe aber mit acht Mrd. Euro einen Anteil von etwa 50% an den EEG-Förderkosten.
Das Bundesumweltministerium hält dagegen weiter an dem im EEG festgelegten so genannten atmenden Deckel fest. Minister Röttgen sieht den Sinn des Gesetzes in der Erfüllung von bestimmten Degressionsschritten erreicht und setzt auf eine Verstetigung der Förderung. Damit werden zwei wichtige soziale und ökonomische Effekte der deutschen, überhöhten PV-Förderung ignoriert: Finanzierung von renditestarken Betreibermodellen durch die – auch sozial schwache - Gemeinschaft und der relativ kurze, nicht nachhaltige Boom in der Solarzellenproduktion, die inzwischen zum größeren Teil nach Asien abgewandert ist.
Eine mögliche Lösung des Problems wäre eine Deckelung der geförderten installierten Leistung auf beispielsweise 1.000 MW pro Jahr wie sie von einigen Politikern gefordert wird. Diese sinnvolle Regelung wird üblicherweise in anderen Ländern, die ebenfalls die Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen fördern, praktiziert, Der deutsche Sonderweg resultiert aus der ursprünglichen Festlegung der Förderhöhe durch Teile der davon profitierenden Solarindustrie.
Die immer noch unbegrenzte Fördermenge spiegelt sich in den weltweit höchsten EEG-Zuschlägen nieder. Die Folge sind daraus resultierende Strompreise, die im europäischen Vergleich Spitzenplätze einnehmen und auf Dauer Wettbewerbsnachteile für weite Teile der deutschen Industrie generieren.